Packungen: mogeln und schummeln an der Tagesordnung

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Neues Unterrichtsfach bei den Herstellern von Lebensmitteln & Co. – Thema „neue Packungsgrößen geschickt vermarkten“.

Seit die EU die verbindlichen Mengenvorgaben bei Verpackungen gekickt hat, tricksen die Firmen immer dreister und führen die Kunden hinters Licht.

Lesen Sie hier die aktuellsten Fälle.

Rhabarber-Marmelade von Göbber

Der norddeutsche Hersteller Göbber verkleinerte das Glas Rhabarber-Marmelade von 430 auf 310 Gramm – bei gleichem Preis. Die entspricht laut Claudia Michehl von der Verbraucherzentrale Hamburg „eine Verteuerung um 38,7 Prozent“.

Die VZ Hamburg führt eine schwarze Liste mit den dreistesten Fällen.

Die Masche ist einfach und meist gleich. Die Verpackung ändert sich kaum, damit der Kunde dies nicht so offensichtlich mitbekommt. Auch der Preis bleibt gleich. Nun füllen wir aber einfach weniger ins Glas oder die Packung.

Die Liste wächst seit der Änderung der Packungsordnung im April 2009 beständig – um gut 50 Produkte. Die Erdbeerbuttermilch von Weihenstephan bspw. versteckt nun eine Preiserhöhung von 20 Prozent. Wellness-Flakes von Lidl sind jetzt 36 Prozent teurer. Die Verpackungsmenge wurde von 750 auf 500 Gramm verkleinert, der Preis um einen Euro von 2,99 auf 1,99 Euro. Aber 1,99 Euro ist doch so günstig!

Sieger – Clerasil Pickel-Creme

Der Kosmetikhersteller Reckitt Benckiser schaffte es an die Spitze. 50 Prozent weniger Inhalt – gleicher Preis.  Also eine Teuerung von 100 Prozent.

Zahnpflege-Kaugummis von Odol und Brands Schokolinsen wurden immerhin zwei Drittel teurer.

Andere Tricks

Eine andere Masche bezieht sich nicht auf Größe oder Preis sondern auf den Inhalt. Beispiel: Schlemmerfilet von Iglo – immer noch 380 Gramm allerdings mit nunmehr einem Fischanteil von 52 Prozent – statt vorher 70 Prozent. Dies ist auch bei Tiefkühlpizzen ein beliebtes Spiel.

Lassen Sie sich nicht von den Labels blenden, denn ein Aufkleber „höhere Qualität“ hat oft gar nichts zu bedeuten. Wer hat denn diese bessere Qualität „gemessen“? Der Hersteller natürlich selbst.

Bleibt aktuell dem Kunden nur, immer genau alle Preise zu vergleichen. Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an alte Preise oder Größen.

Finden Sie neue dreiste Fälle – melden Sie es Ihrer Verbraucherzentrale. Nur so kann dem Treiben vielleicht ein Riegel vorgeschoben werden.

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