“Wir schaffen Vertrauen” – das ist der Slogan der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung kurz Schufa. Ob sich so jeder einzelne Bürger mit diesem Spruch anfreunden kann sei einmal dahin gestellt. In Zeiten in denen sich ein Datenskandal an den anderen reiht sind die Bürger oft unsicher, wer denn genau über welche Informationen über sie verfügt.
Gewisse große Internetfirmen mit einfachen Startseiten werden oft als Datenkraken verschriehen aber man muss nicht immer in die weite Welt hinaus gehen, um solche Exemplare zu finden. Doch die Schufa hat noch eine Schwester – die GEZ– durch ihr Auftreten als Quasi-Polizei in so manchen Fällen sicher einem jeden bekannt.
Diesen beiden Institutionen entgeht so schnell nichts. Sind doch die meisten von uns in diverser Form den Akten irgendwie bekannt. Die GEZ ihrerseits zeigt sich für das Wohl der Rundfunkgebühren zuständig, wohingegen die Schufa allerlei Informationen zur „Kreditwürdigkeit“ sammelt.
Laut Manager-Magazin ist die Schufa im Besitz von 440 Millionen Einzeldaten von 65 Millionen natürlichen Personen – da staunt man nicht schlecht. Da wird so ziemlich jeder einmal durchleuchtet – aber keine Angst die Strahlen sind nicht gesundheitsgefährend.
Wenn Sie denken, dass in Zeiten der Finanzkrise die Leute bei der Schufa weniger zu tun haben, dann irren Sie sich. Im ersten Halbjahr 2009 wurden laut Schufa-Angaben 4,1 Millionen Ratenkredite abgeschlossen. Bei einem durchschnittlichen Kredit von 8.000 Euro nicht schlecht. Kein Wunder müssen doch Handel und Hersteller der Konsumflaute entgegen wirken; da ist das Null-Prozent-Zins-Angebot doch eben einfach „geil“.
Die Schufa lauscht dabei immer mit – rückständig mit Raten-Zahlungen oder etwa gar nicht gezahlt? Gar nicht gut für ihr Punkte-Konto bei der Schufa. Das kann Ihnen auch noch nach Jahren bei einfachen Anfragen wie einem Handy-Vertrag zum Verhängnis werden.
A- und B- Auskunft – was ist das, wo liegt der Unterschied?
B-Auskünfte schließen nur Angaben ein, ob Sie sich als Kunde vertragstreu verhalten (bspw. die Raten ordnungsgemäß zurückzahlen). Die A-Auskünfte hingegen sind bedeutsamer. Für Kreditvergabe, Girokontos und die Ausgabe von Kreditkarten erhalten die Vertragspartner neben den B-Auskünften Auskünfte über Ihre gesamte Situation.
Einsicht in meine Akte – wie geht das?
Das Bundesdatenschutzgesetz (§§ 33ff.) erlaubt Ihnen eine Eigenauskunft über die gespeicherten Daten einzuholen. Dies können Sie online über die Website der Schufa tun oder direkt in einer Stelle der Schufa. Die schriftliche Auskunft ist mit einer geringen Gebühr verbunden.
Sind die Daten auf ewig gespeichert?
Kreditdaten werden bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung vorgehalten. Ein gelöschtes Bankkonto verschwindet umgehend aus der Datei. Angaben über Anfragen (bspw. Wunsch auf Eröffnung eines Girokontos) nach zwölf Monaten. Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte (Eidesstattliche Versicherung und Haftbefehl zur Erzwingung des Offenbarungseides) werden nach drei Jahren gelöscht.
Scoring – was bedeutet das?
Beim Scoring handelt es sich um eine Prognose. Ihre Score ist ein Zahlenwert zwischen eins und tausend, ermittelt vom Computer – ihr sog. „Punkte-Konto“. Je niedriger der Wert, desto schlechter ist die finanzielle Prognose. Der Score soll anhand statistischer Prognosen mit einer Vergleichsgruppe prognostizieren, ob ein wirklicher Kreditvertrag sich ähnlich entwickeln würde wie die Kreditverträge aus der Vergleichsgruppe. Es gibt die Möglichkeit, die Weitergabe mit Hinweis auf ein Gerichtsurteil zu verbieten – dies kann sich allerdings negativ auswirken. Kein Score – der Sachbearbeiter Ihres Kreditantrags bearbeitet diesen dann vielleicht gar nicht näher. Sollte dies der Fall sein sprechen Sie direkt mit Ihrem Gegenüber.
100 Prozent – ist dies erreichbar?
Theoretisch nein. Das Scoring ist ein statistisches Verfahren der Berechnung einer Wahrscheinlichkeit. Niemand kann sich absolut sicher sein, denn 100 Prozent wären eine Garantie. Ein Statistiker nimmt immer an, dass es bestimmte Gründe geben kann wie Krankheit, Tod, etc. die dem entgegenstehen.
Welche Daten werden nicht erfasst?
Die Schufa speichert keine Daten zum Familienstand, zum Arbeitgeber, zum Einkommen und Vermögen und zu Depotwerten.
Und welche Daten werden erfasst?
Zunächst werden wichtige Stammdaten erfasst (Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift und Voranschrift). Selbst die Daten zu Personen im Ausland werden erfasst. Zusätzlich speichert sie auch die Informationen zu Bankkonten, Mobilfunkverträgen, Kreditkarten, Leasingverträgen, Ratenzahlungen und über Kredite sowie Bürgschaften – Schon eine ganze Menge. Hierzu werden ebenfalls verwandte Daten gesichert (bspw. die Laufzeit der Kredite, Zahlungsstörungen, Kündigung, eingezogene Kreditkarte). Befinden Sie sich in einem Verbraucherinsolvenzverfahrens bspw. werden auch diese Daten gespeichert (Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte).
Schufa freier Kredit – ist das seriös?
Die Antwort – Vorsicht walten lassen. Diese Angebote sind oft von „Kredithaien“ oder dubiosen Anbietern, um Sie zu ködern. Die Vertragsklauseln sind oft sehr nachteilhaft für den Kreditnehmer.
Schufa-Klausel – was besagt diese?
Dies besagt, dass Sie rein theoretisch die Weitergabe/Auswertung Ihrer Daten verbieten können. Doch erweist sich dies in der Praxis als nicht sehr geeignet, denn entweder bekommen Sie den Kredit dann ohnehin nicht oder bestimmte Dienstleistungen (EC-Karte etc.) bleiben Ihnen versagt.
Weitere Informationen erhalten Sie bspw. bei Ihren Verbraucherzentralen.







