Indexfonds sind eine gute und einfache Möglichkeit für Anleger, am Verlauf des Börsengeschehens mitzumischen. Oft schneiden diese langfristig sehr gut ab und haben zudem eine günstigere Kostenstruktur. Aber einige Details sind zu beachten.
Nicht nur für Anleger waren die letzten ein bis zwei Jahre das Gegenteil von erfolgreich. Insbesondere die Fondsbranche litt unter den Folgen der Finanzkrise. Das Vertrauen der Anleger in die so oft hoch gelobten Finanzjongleure war auf einem Tiefpunkt angekommen. Und so zogen die Deutschen den Großteil ihrer Vermögen aus Fonds ab, denn bis dahin galten diese noch je nach Anlageschwerpunkt als „einschätzbar“ und „der Fondsverwalter wird ist ein Experte – der weiß, was er tut“.
Der DAX verlor durch die Krise an die 30 Prozent. Für die über die letzten Jahre hinweg mit Erfolg verwöhnten Anleger ein Schrecken; zudem schnitten die Fondsverwalter oft auch noch schlechter ab, als der Index. Da bekommt das Wort „aktiv gemanagt“ einen faden Beigeschmack. Die Anleger müssen dennoch teure Gebühren und Ausgabeaufschläge zahlen – das muss die Performance erst wieder reinholen, somit ist der gerade gekaufte Fonds erst einmal direkt im Minus.
Eine Alternative hierzu sind die sog. Exchange Traded Funds. Diese bilden einen Index ab und können direkt an der Börse, wie normale Aktien auch, gekauft und verkauft werden. Sie bilden den Index, auf den sie sich beziehen eins zu eins ab. Es gibt sie für bestimmte Branchen, Regionen etc. – wie normale Aktienfonds, lediglich bei Spezialthemen könnte es schwierig werden.
Das Geschäft teilen sich aktuell die Anbieter Lyxor, db x-trackers und ishares Barclays Global Investors oder neu auch die Commerzbank mit Comstage.
Ausgewählte ETFs
ISHARES DAX (R) (DE)
DB X-TRACKERS DAX ETF
COMSTAGE ETF DOW JONES INDUSTRIAL
ISHARES DOW JONES INDUSTRIAL
Günstige Gebühren
ETFs sind in Sachen Gebühren deutlich günstiger, als aktiv gemanagte Fonds. Steckt hinter einem Fonds ein großer Verwaltungsapparat mit Resarch-Abteilung und Analysten etc. kommt der ETF mit deutlich weniger Kosten aus. Daher kann es sich ein ETF leisten oft keinen Ausgabeaufschlag, der bei Fonds teilweise fünf Prozent beträgt, zu erheben. Die jährlichen Gebühren, bei Aktienfonds oft auch ca. 1,5 Prozent, liegt in der Regel zwischen 0,15 und 0,5 Prozent. Hierdurch wird offensichtlich, dass beim Kauf bereits eine geringere Performance nötig ist, um den Kauf auf „Einstand“ zu bringen. Zudem zahlen Sie für Kauf und Verkauf lediglich die normalen Ordergebühren wie bei Aktien auch. Verfolgen können Sie die Performance täglich über die Nachrichten – wo steht der DAX, Dow Jones gerade? Ganz einfach.
Gleicher Index – unterschiedlicher Kurs?
Kann es sein, dass ein ETF, der den gleichen Index abbildet, einen unterschiedlichen Kurs aufweist? Die Antwort lautet ja. Sehen Sie sich bspw. zwei Indices an, die den Dow Jones Industrial Index abbilden (von Ishares und Comstage bspw.). Hier werden Sie einen kleinen Preisunterschied feststellen. Dies liegt daran, dass die ETF-Gesellschaft den DAX „nachbildet“ und für den Kauf/Verkauf der Aktien Gebühren sowie Steuern zahlen muss. Schauen Sie sich zudem das Auflagedatum an – dies verstärkt den Unterschied aufgrund des Zinseszinseffekts.
Gleicher Index – gleiche Performance?
Und hieraus allein resultiert also die unterschiedliche Performance? Nein, denn die ETFs haben mehrere Möglichkeiten, wie diese den Index abbilden können. Eine Methode ist die sog. „Full Replication Method“. Die Full-Replication ist eine genaue Nachbildung des zugrunde liegenden Index. Dazu werden alle Aktien, die im Index enthalten sind, gekauft und in den Aktienkorb integriert. Aufgrund von Dividendenzahlungen (Ausschüttung, Reinvestment) kann es auch hier zu leichten Verschiebungen beim tagesgenauen Vergleich zweier an sich „gleicher“ ETFs kommen. Andere ETFs basieren dagegen zum Teil auf Swaps, das sind sog. Tauschgeschäfte. Hier handelt es sich um eine Nachbildung des Index mit anderen Papieren als der reine direkte Aktienkauf – dies ist oft günstiger und führt zu einer höheren Rendite. Doch dürfen nur zehn Prozent des ETF-Volumens in Swaps investiert werden, dies ist auch ein kleiner Risikoschutz für den Anleger.
Nur Vorteile – gleich kaufen?
Klingt alles sehr viel versprechend. Ja, ETFs sind eine gute Alternative zu Fonds oder dem direkten Aktienkauf. So sollten sie aber wie jede andere Anlageklasse als Depotbeimischung dienen. Zudem müssen Sie sich künftig mehr oder weniger selbst „aktiv“ darum kümmern, wann Sie kaufen und verkaufen. Denn der zugrunde liegende Index läuft auch weiter, wenn es abwärts geht. Also viel Spaß und Glück beim ETF-Kauf.







