Altersvorsorge – Sicherheit in Zeiten der Finanzkrise

altersvorsorgeIn Zeiten der Finanzkrise spielt bei Entscheidungen zur Altersvorsorge Sicherheit wieder eine bedeutende Rolle. Dies zeigt die aktuelle Studie „Altersvorsorge in der Finanzmarktkrise“ der YouGov Psychonomics AG im Auftrag der Versicherungskammer Bayern. Demnach wird dem Thema Sicherheit bei der Geldanlage von vier von fünf Bundesbürgern eine deutlich größere Rolle als noch vor Beginn der Finanzmarktkrise zugewiesen.

Garantierte Verzinsung, Sicherheit des Ersparten bei Arbeitslosigkeit und eine gewisse Flexibilität (Änderung der Raten oder Unterbrechungen) der Beitragszahlungen sind die wichtigsten Eigenschaften eines Altersvorsorgeprodukts. Weniger wichtig ist den Befragten dabei die Rendite oder dass man kurzfristig über den Betrag verfügen kann. Es scheint hierbei als nehmen die Befragten das Thema Rentenlücke sehr ernst und erkennen die Wichtigkeit einer kontinuierlichen Strategie.

“Der Trend geht zu Finanzprodukten, die Sicherheit, Zinsgarantie und Flexibilität bestmöglich kombinieren. Diese Entwicklung spiegelt sich eindeutig in der derzeitigen Kundennachfrage wider”, sagt Dr. Franz Kühnel, Vertriebsvorstand der Versicherungskammer Bayern anlässlich der Studie.

Verständlichkeit und Transparenz Nach Bankenpleiten und monatelangem Warten mancher Lehman- oder Kaupthing-Geschädigter wollen die Sparer die Produkte, für die sie sich engagieren auch wieder vermehrt verstehen und achten ferner auf die Garantien, die ein Institut bietet.

Welche Produkte sind besonders geeignet Waren die Deutschen vor der Krise bereits keine großen Aktien-Sparer, sind sie es nach der Krise noch weniger. Aktien werden lediglich von vier Prozent als besonders geeignet bezeichnet. Dagegen ist das Thema Immobilie, das graue Gold, wieder hoch im Kurs. Neben Immobilien werden besonders die private Rentenversicherung, Riester-Rente und die klassische Lebensversicherung genannt.

Riester regeln Der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester führte die sog. Riester-Rente 2002 als staatlich geförderte Altersvorsorge ein. Zum Stichtag 31. März 2009 haben sich bereits mehr als 12,4 Millionen Menschen für einen Riester-Vertrag als die ergänzende Altersvorsorge entschieden. Dennoch bleibt immer noch die ein oder andere Frage offen. Hier ein paar Fragen und Antworten.

Riester-Vertrag – lohnt sich das? Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass folgende Faktoren sich relativ gesehen „vorteilhaft“, also pro Riester, auswirken: eher Gering-/Normalverdiener, mehrere Kinder und jung an Jahren. Denn hier bekommt man die höchsten Zulagen.

Riester-Förderung – bin ich berechtigt? Folgende Gruppen sind nicht förderberechtigt: Nicht versicherungspflichtige Selbstständige, freiwillig Versicherte, Pflichtversicherte in berufsständischen Versorgungseinrichtungen, geringfügig versicherungsfrei Beschäftigte (z.B. in 400 Euro-Jobs,), Sozialhilfebezieher ohne versicherungspflichtiges Einkommen, Nicht Erwerbstätige (Ausnahme: Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten), Arbeitnehmer, die einem Zusatzversorgungssystem angehören, das Anspruch auf eine beamtenähnliche Gesamtversorgung gewährt (dies betrifft nicht mehr den öffentlichen Dienst)Gehören Sie zu einer dieser Gruppen besteht der Anspruch auf Förderung dennoch, wenn der Ehepartner förderberechtigt ist.

Riester-Vielfalt – welche Produkte gibt es?Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Es lässt sich zwischen der klassischen und fondsgebundene Rentenversicherung oder Fonds- und Banksparplänen unterscheiden. Für eine Entscheidung spielt die Laufzeit bis zum Renteneintritt und die Risikobereitschaft eine Rolle. Fonds-orientierte Anlageformen sind grundsätzlich eher für etwas risikofreudigere Anleger geeignet. Garantierte Mindestrenditen erhalten Sie dagegen eher bei den klassischen Modellen.

Kann es Verlusten geben? Für alle Formen der Riester-Produkte gilt, dass zumindest die eingezahlten Beiträge (Eigenbeiträge und Zulagen) garantiert sind. Mallorca und trotzdem kassieren?Überlegen Sie Ihre Rente in südlichen Gefilden zu genießen? Vorsicht. Verlegen Sie Ihren Wohnsitz während der Bezugszeit ins Ausland und sind damit in Deutschland nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig, müssen Sie die Riester-Förderung zurückzahlen.

Ansparen und Ausland – geht das?Sie können grundsätzlich eine Zeit lang ins Ausland gehen. Theoretisch würden Sie die Förderberechtigung verlieren verbunden mit der Rückzahlung der erhaltenen Subventionen. Fragen Sie Ihren Anbieter daher nach einem Antrag auf Stundung. Sie müssen lediglich vor Ihrem Renteneintritt wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein.

Quellen: Bundesministerium der Finanzen

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