Was bleibt uns nach der Finanzkrise netto noch im Geldbeutel? Die jährliche Verbraucheranalyse der Springer Bauer Verlagsgruppe zeigt – 9 Millionen Deutschen bleibt und damit 14 Prozent haben nach Abzug von Steuern, Lebenshaltungskosten etc. keinen Cent mehr übrig.
Doch scheinbar lässt sich der Rest von uns durch die Krise die Konsumfreude nicht vermiesen. Es scheint den Deutschen nun noch etwas wichtiger zu sein, sich Dinge zu kaufen, die Ihnen einfach Freude machen. 49 Prozent der Befragten meinen man sollte sich mit seinem Geld lieber ein schönes Leben machen, als es zu sparen. Im Vorjahr sagten dies 47 Prozent.
Viele geben zudem sogar mehr Geld aus, als sie eigentlich geplant haben. Andrea Treffenstädt, Marktforscherin bei Axel Springer, stellt fest: „Die Menschen sind insgesamt durchaus positiv gestimmt. Es herrscht keine Katastrophenstimmung im Land, und es scheint auch – in Anbetracht der Lage und mancher Berichterstattung – verhältnismäßig wenige Ängste zu geben.“ Auffallen um jeden Preis – von anderen beachtet zu werden scheint eine Art Ersatzdroge gegen den tristen Alltag. Denn 42 Prozent möchten laut Befragung auffallen und beachtet werden – im Gegendsatz zu 35 Prozent im letzten Erhebungszeitraum.
Schnäppchenjäger bleiben wir dennoch und versuchen etwas preiswerter einzukaufen, unsere Sparneigung hat sich dabei nicht geändert und verharrt auf Vorjahresniveau.
Allen Exzessen um verprasste und verzockte Millionen und Milliarden zum Dank nimmt das Interesse der Deutschen am Thema Geldanlage ab. Vielmehr wünscht man sich jedoch nun einen kompetenten Fachmann, der einen vor allem unabhängig berät. Gleichzeitig planen die Befragten stärker als in den Jahren zuvor das Thema Geldanlage anzugehen. Das stärkste Motiv hierfür ist das Thema Altersvorsorge – denn die Rente ist wohl eher nicht mehr so sicher wie einst von den Politikern proklamiert.
Der Frage, ob die Geldanlage moralisch untermauert sein sollte stimmen fast zwei Drittel der Befragten zu. Moralische Verantwortung bedeutet hierbei die Verantwortung gegenüber dem Anleger selbst.
„Sprunghaft angestiegen sind Anlagen in Sparbücher und kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeld- und Festgeldkonten“, sagt Andrea Treffenstädt. Konservative Anlagen liegen im Trend. „Die Zeiten der Börsenspiele sind zunächst vorbei. Aktienanlagen wurden in der Wirtschaftskrise stark getroffen“, so Treffenstädt. Der Wunsch nach einer eigenen Immobilie (als Altersvorsorge) ist in allen Segmenten gestiegen.
Die Verbraucheranalyse ist eine Markt-Media-Studie von Axel Springer und der Bauer Verlagsgruppe. Sie bietet einen Einblick in Einstellungen, Interessen und Konsumverhalten der Deutschen. Auf www.verbraucheranalyse.de finden sich gebündelt alle Informationen zur aktuellen Analyse.
Quellen: Verbraucheranalyse 2009 / Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren: 31.179 Fälle (entspricht 64,82 Millionen Menschen), R+V Studie “Die Ängste der Deutschen”







