Ein einfaches Komma vergessen – macht 5.000 Euro bitte

cashtransmissionAusversehen ist ein Geschäftsmann aus Hilgen in die Strömung des schlingernden Quelle-Versandhauses gekommen. Ein einfacher Überweisungsfehler hat den Mann wohl fast 5.000 Euro gekostet.

Da kommen Erinnerungen an Kaupthing & Co. auf, wenn man diese Geschichte hört – getätigte Überweisungen, die dann ausgeführt werden – oder auch nicht -oder eine Weile im Bermudadreieck stecken. Eigentlich wollte der Mann in diesem Fall nur den Betrag von 50,36 Euro für eine Bestellung überweisen. Dadurch dass er das Komma nicht gesetzt hatte, wurden stattdessen 5036 Euro an Quelle überwiesen.

Eigentlich kein großes Ding sollte man meinen. Aber wie wir wissen, ringt Quelle zwischen Massekreditzu- oder absagen mit der Insolvenz.  Der Betrag ist für den Geschäftsmann wie für die meisten Menschen keine kleine Sache, denn er betreibt einen kleinen Laden, in welchem er Zeitungen, Tabakwaren und dergleichen verkauft. Alles was er zuletzt mit harter Arbeit erwirtschaftet hat soll nun dahin sein? Nachdem er den Überweisungsfehler wenig später bemerkt hat, ruft er direkt den Kundenservice an. Dort lässt man ihn wissen, dass der Betrag natürlich direkt erstattet werde.

Doch leicht beschleicht einen doch immer das Gefühl, dass man in der „Service-Wüste“ Deutschland eher auf der Hut ist beim Thema Service am Kunden. So wurde auch Geschäftsmann Kapoor etwas ungeduldig als nach seinem ersten Gespräch das Geld nicht direkt wieder auf seinem Konto landete. Auf erneute Nachfrage bei einem freundlichen Mitarbeiter des Kundenservice wurde eingestanden, dass „der Auftrag ausversehen nicht weitergegeben wurde“. Doch war das ganze letztlich immer noch nicht ausgestanden. Bei weiteren Gesprächen mit immer wieder anderen Mitarbeitern des Kundenservice schaffte man es zwar sich theoretisch einig zu sein, dass der Anspruch bestehe, diesen in die Tat umzusetzen steht aber auf einem anderen Blatt. Laut dem Rhein-Sieger-Anzeiger hat sich Herr Kapoor mittlerweile Hilfe bei einem Rechtsbeistand geholt, um seine Forderung der knapp 5.000 Euro Nachdruck zu verleihen. Der Geschäftsmann mutmaßt ferner gemäß Rhein-Sieger-Anzeiger: “Die haben die Rückerstattung solange herausgezögert, bis am 9. Juni der Insolvenzantrag gestellt wurde – die wussten vorher schon was von der Pleite”. Bisher bleibt ihm nur die Hoffnung auf ein gutes Ende.

Update: Quelle erhält den rettenden Massekredit. Da könnte vielleicht auch Herr Kapoor wieder mit etwas mehr Zuversicht ins Wochenende gehen.

Quellen: Rhein-Sieger-Anzeiger/Wuppertal Zeitung/rf

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