Madoff – Speiseplan: Makkaroni mit Käse hinter Gittern

maccaroniFreie Kost und Logis sowie medizinische Versorgung. Das alles bekommt Gefangener Nummer 61727-054 gratis in seinem neuen Heim und der amerikanische Steuerzahler finanziert es. Dabei kann er sich noch glücklich schätzen, denn vielen die dem bisher größten Betrüger aller Zeiten zum Opfer gefallen sind, ist nicht einmal das geblieben.

Der 71-jährige Madoff verbüßt aktuell seine Strafe von 150 Jahren in einem US-Gefängnis in der Stadt Butner im Bundesstaat North Carolina. Seit nunmehr einer Woche ist Madoff hier einer unter vielen Gefangenen – wenn auch sicherlich der Berühmteste. Dennoch muss er sich laut einem Bericht der „New York Post“ etwas vorsehen, sind ihm doch nicht alle uneingeschränkt wohlwollend gegenüber. Die Zeitung berichtet, dass einige durchaus darüber nachdenken, ihm eine zu verpassen. Ziel dabei sei lediglich seinen eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern.

Madoff hatte sich vor Gericht in allen Anklagepunkten für schuldig bekannt und zugegeben jahrelang Anleger mit einem Schnellballsystem betrogen zu haben. Dabei soll die unvorstellbare Summe von 65 Milliarden nun verloren sein.Seine Offenheit vor Gericht bringt ihm jedoch auch Pluspunkte bei einigen Gefangenen. Diese sind laut „New York Post“ beeindruckt, dass er auf schuldig plädiert hatte und zudem die Verantwortung alleine auf sich genommen hat.

Dass Madoff alleine gehandelt haben will, will die Staatsanwaltschaft dennoch nicht recht glauben und so steht gegenwärtig David Friehling der frühere Buchhalter ebenfalls vor Gericht. Er hat allerdings vor einigen Tagen zum Erstaunen einiger auf nicht schuldig plädiert. Dies könnte auch nur eine Taktik der Verteidigung sein, um so letztlich einen guten Kompromiss zu erzielen.

Faul hinter Gittern? Im Gegenteil!

Madoff’s Tag ist straff organisiert. Von 7Uhr morgens bis nachmittags 14h30 arbeitet er einer Quelle, welche die New York Post zitiert, in einer Abteilung, die Gravuren für Schilder herstellt – ohne Probleme. Anschließend darf er den Nachmittag mit Freizeit gestalten. Diese nutzt er um sich mit anderen Insassen auszutauschen oder Ihnen auch nur mal beim Domino spielen zu zuschauen.

Zum Speiseplan gehören demnach Gerichte wie Fischfilet mit Makkaroni und Käse – klingt doch ganz gut. Für Madoff jedoch sicher eine Umstellung zu vorherigen Sterne-Gerichten. Das Geld, das Madoff mit seiner Gravur-Arbeit hier verdient, kann er später dann in der Kantine gegen Lebensmittel tauschen und könnte sich dann so selbst etwas zubereiten.

T-Shirt und Trainingshose

Das ist das neue Outfit gegen welches Madoff seinen Anzug nun eintauschen musste.

Wie es in Madoff’s Kopf aussieht können wir nur erahnen. Laut den Angaben der Zeitung trägt er sein Schicksal allerdings mit Fassung, benimmt sich nicht als sei er etwas Besseres und fügt sich so lautlos in den Gefängnisalltag. Bestürzt sei er aber über das, was er seiner Frau Ruth mit all dem angetan habe.

Madoff hatte seine Verlegung ins Butner, das aufgrund der dortigen Mitarbeiter und Versorgung gemeinhin als „Kronjuwel“ bekannte Gefängnis beantragt.

Laut Angaben der Website des „Federal Bureau of Prisons“ sind in Butner 4.900 Gefangene untergebracht. Madoff wird laut Aussagen von Gefängnisberatern gegenüber CNN wohl aufgrund der Länge seiner Strafe in einem Gefängnis mittlerer Sicherheitsstufe bleiben. Zudem werde immer versucht, Gefangene maximal 500 Meilen von Ihrem vorherigen Wohnort unterzubringen.

Neben Madoff sind in Butner noch weitere prominente Gefangene wie Omar Abdel-Rahman, der blinde Scheich, wegen seiner Rolle im geplanten Attentatsversuch gegen den ägyptischen Präsident Hosni Mubarak oder der ehemalige Kongressabgeordnete Randy Cunningham untergebracht.

Seiner Frau Ruth Madoff darf von den ca. 100 Millionen US-Dollar, welche ihren Angaben nicht aus dem Betrug sind, 2,5 Millionen US-Dollar behalten.

Bernhard Madoff’s Entlassungstermin ist bei guter Führung theoretisch der 14.11.2139.

Quellen: New York Post/CNN

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